Gedichte (183) – Das Neinhorn

Das Neinhorn

Es war ein Nashorn, dick und breit
Mit einem unerfüllten Traum
Weit entfernt vor langer Zeit
Stand es unter einem Baum

Doch ist der Baum nicht relevant
Für diese Geschichte hier
Ganz wie der graue Elefant
Der stand ein Stück hinter ihr

Da stand also das Nashornfräulein
Unzufrieden, unglücklich
Es wollte gern ein Einhorn sein
Das Unglück spürbar wie ein Stich

Ein Pferd mit stark behornter Stirn
Das wollte sie gerne sein
Kein Nashorn, Mensch im feinen Zwirn
Otterbaby oder Schwein

Stets stand sie so da verbittert
Verärgert, stets sie selbst zu bleiben
Die Haut schon alt und stark verwittert
Der Wunsch, er ließ sich nicht vertreiben

Doch eines Tages als sie schlief
Kam ihr ein Gedankengang
Werde doch mal pro-aktiv
Als sie erwachte dacht sie dann

Schaut man genau, ja dann ist nämlich
Des Nashorns normale Figur
Einem dicken Pferde ähnlich
Das Horn ja leider, das sitzt nur

Viel zu tief auf meiner Nase
Und stolz wie nie stolzierte sie
Den Blick der Zukunft zugewandt
Ins Haus der Schönheitschirurgie

Von tiefstem Herz fiel ihr ein Stein
Erzählte jedem die Geschichte
Sie würde nun ein Neinhorn sein
Es stand ihr gut zum Angesichte

Ein Nilpferd das sie dabei traf
War ebenfalls von Herzen scharf
Darauf Einhorn zu werden
Glücklicher zu sein auf Erden

Es erkannte schon alsbald
Es war von ähnlicher Gestalt
Dacht sich, das scheint ja nicht so schwer
Ging zum Chirurgen hinterher